Friedenstaube? Süßes Täubchen?
Eher so: Ein hastiger Flügelschlag aus dem Augenwinkel. Ein Gurren, das näherkommt statt zu verschwinden.
Für Menschen mit Taubenangst kann eine solche Begegnung den Puls hochschnellen lassen und den ganzen Tag ruinieren, während für die meisten Passant:innen eine Taube auf dem Bürgersteig nicht der Rede wert ist.
Was ist Taubenangst?
Taubenangst ist eine spezifische Tierphobie, eine Unterform der Ornithophobie (Vogelangst). Was sie von vielen anderen Tierphobien unterscheidet: Man kann ihr in der Stadt kaum ausweichen. Tauben haben sich an Menschen gewöhnt, kommen oft bis auf wenige Meter heran, ohne aufzufliegen. Und genau dieses Nicht-Wegfliegen, dieses Nicht-Berechenbare, ist für viele Betroffene ein wesentlicher Bestandteil der Angst.
Herzrasen, Übelkeit, der Impuls wegzulaufen oder wie erstarrt stehen zu bleiben: Wer betroffen ist, plant Wege durch die Stadt zunehmend um Plätze, Brücken und Bahnhofsvorplätze herum – dort, wo sich Tauben in großer Zahl aufhalten.
Wie entsteht Taubenangst?
Es ist nicht zwingend eine einzelne dramatische Begegnung, die hinter der Taubenangst steht, sondern ein Zusammenspiel: eine Veranlagung zu intensiven Angstreaktionen, ein Moment, in dem eine Taube unerwartet nah aufflog oder anflog, und wiederholte Alltagssituationen, in denen sich diese erste Reaktion festigte.
Das Nervensystem lernt schnell – und zwar schneller, als der Verstand es später widerlegen kann.
Wie Hypnotherapie bei Taubenangst wirkt
Ein Gefühl entsteht nicht grundlos. Es ist das Signal einer alten Interpretation – zumeist aus einer sehr frühen, oft sogar vorsprachlichen Lebensphase –, die zum damaligen Zeitpunkt vollkommen zutreffend war.
Ein kleiner Mensch hat etwas erlebt, das er nicht anders als bedrohlich deuten konnte. Diese Deutung hat sich verankert, und seitdem meldet sich bei einem passenden Reiz zuverlässig dasselbe Gefühl – als Erinnerung an eine Interpretation, die einmal überlebenswichtig war.
Bei Taubenangst kann diese Verknüpfung ganz direkt mit einer Taube zu tun gehabt haben. Sie kann aber auch rein zufällig entstanden sein: Eine Taube war einfach zufällig präsent, während etwas anderes Belastendes geschah, und die Kopplung hat sich trotzdem gebildet. Welche der beiden Varianten vorliegt, wissen weder unsere Klient:innen noch wir im Vorfeld, und wir vermuten es bewusst auch nicht: Der Zugang entsteht unverstellt über die Trance selbst.
Wir haben mit Taubenangst sehr viel Erfahrung – dieses Muster zeigt sich in unserer Praxis erstaunlich konsistent. Die eigentliche Arbeit besteht nicht darin, das alte Erlebnis „wegzumachen“, sondern die damalige Interpretation mit den Ressourcen zu aktualisieren, die als Erwachsener zur Verfügung stehen: Überblick, Einordnungsvermögen, innere Sicherheit. Dieses Update braucht das System danach nicht mehr in Form von Herzrasen oder Fluchtimpuls zu senden.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Taubenangst spricht als spezifische Phobie in der Regel gut auf Hypnotherapie an. Je nach seelischer Gesamtsituation zeigen sich deutliche Veränderungen häufig nach wenigen Sitzungen. Die meisten Klient:innen erleben einen Umfang von insgesamt sieben bis zehn Stunden als ausreichend, um ihr Ziel zu erreichen.
Den für Sie stimmigen Umfang klären wir im unverbindlichen Erstgespräch.
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Rechtliches
Bitte beachten Sie auch den Absatz über Kontraindikationen.
Erklärungen zu den hier verwendeten fachsprachlichen Begriffen finden Sie unter Glossar.
Unsere Tätigkeit als Hypnotherapeuten (staatl. zugelassen zur Psychotherapie/HeilprG) grenzt sich grundlegend von der Tätigkeit des Arztes ab, indem keine medizinischen Diagnosen gestellt werden.
Heilungsversprechen können und dürfen in keinem Fall gestellt werden.
Es werden keine Medikamente verabreicht.
Eine gegebenenfalls erforderliche medizinische oder psychiatrische Intervention sollte durch die hypnotherapeutische Arbeit keinesfalls ersetzt werden. Kurzfristige- und Akutinterventionen können nicht durchgeführt werden.
Das Team entscheidet im Einzelfall über Annahme oder Ablehnung einer Behandlung.
