Ein wichtiges Gespräch, ein Date, eine Präsentation vor Kolleg:innen – und mitten hinein die Sorge, ob die Schweißflecken schon sichtbar sind. Für die meisten Menschen ist Schwitzen bei Nervosität ein kaum bemerktes Nebendetail. Für andere wird es zum eigentlichen Mittelpunkt der Aufmerksamkeit – und ausgerechnet die Sorge davor macht es oft schlimmer.
Was ist Hyperhidrose?
Hyperhidrose bezeichnet übermäßiges Schwitzen, das deutlich über das hinausgeht, was zur Temperaturregulation notwendig wäre.
Betroffen sind häufig Hände, Achseln, Gesicht oder der gesamte Oberkörper. Neben Formen, die unabhängig von der emotionalen Verfassung auftreten, gibt es eine besonders häufige Form: situatives, durch Nervosität und soziale Anspannung ausgelöstes Schwitzen – oft genau in den Momenten, in denen man am liebsten gelassen und souverän wirken würde.
Eine Beobachtung aus unserer Praxis: die Nähe zur Erythrophobie
Übermäßiges Schwitzen und die Angst vor dem Erröten (Erythrophobie) sind sich nach unserer Erfahrung physiologisch und psychologisch sehr ähnlich: Beide sind Ausdrucksformen derselben vegetativen Erregung – nur an unterschiedlichen Stellen des Körpers. Bei den einen zeigt sich die Anspannung als Röte im Gesicht, bei den anderen als Schweiß.
Auffällig oft findet sich am Ursprung ein unbedacht dahingesagter Kommentar: ein Klassenkamerad, der „Du siehst ja aus wie ein nasser Waschlappen“ sagt, ein Kollege, der über auffällige Schweißflecken scherzt. Solche Bemerkungen sind selten böse gemeint – sie prägen sich aber tief ein und lassen aus einer harmlosen körperlichen Reaktion ein andauerndes Angstthema werden.
Wenn der Arzt zu Botox oder einer Operation rät
Viele Menschen mit ausgeprägter Hyperhidrose erhalten irgendwann die ärztliche Empfehlung, Botox-Injektionen oder eine Sympathektomie in Betracht zu ziehen – einen operativen Eingriff, bei dem der zuständige Sympathikusnerv durchtrennt oder verödet wird, um die Schweißproduktion in bestimmten Bereichen zu unterbinden.
Das sind anerkannte medizinische Optionen, über die ausschließlich Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt entscheiden sollten. Aus unserer Praxis möchten wir dazu jedoch eine Beobachtung teilen: Bei einigen unserer Klientinnen und Klienten, die sich für eine Sympathektomie entschieden hatten, verlagerte sich die Schweißproduktion anschließend lediglich – etwa von den Achseln auf die Mitte von Brust oder Rücken. Dieses sogenannte kompensatorische Schwitzen ist ein bekannter, in der Fachliteratur dokumentierter Effekt dieses Eingriffs.
Da eine Sympathektomie irreversibel ist, kann es sinnvoll sein, vor einer solchen Entscheidung sorgfältig zu prüfen, ob sich der zugrunde liegende Mechanismus – die unbewusste Kopplung zwischen sozialer Anspannung und der körperlichen Reaktion – nicht zunächst über einen nicht-invasiven, umkehrbaren Weg wie die Hypnotherapie bearbeiten lässt.
Wie Hypnotherapie bei Hyperhidrose wirkt
Ein Gefühl entsteht nicht grundlos. Wenn soziale Situationen zuverlässig übermäßiges Schwitzen auslösen, ist das oft das Signal einer alten Interpretation – häufig verknüpft mit einem Moment, in dem das Schwitzen selbst zu Scham oder Bloßstellung führte. Diese Verknüpfung hat sich verankert und meldet sich seitdem zuverlässig, sobald eine vergleichbare soziale Situation ansteht – wobei allein die Angst vor dem Schwitzen die tatsächliche Schweißproduktion oft zusätzlich anheizt.
Das MSD Manual, ein medizinisches Standardnachschlagewerk, nennt bei spezifischen Phobien und sozialen Ängsten neben der Expositionstherapie auch Hypnotherapie als anerkannten Behandlungsansatz.
In der Hypnotherapie wird das belastende Gefühl in der Trance vergegenwärtigt und zu seinem ersten Auftreten zurückverfolgt. Gleichzeitig werden die heute tatsächlich vorhandenen Ressourcen – Gelassenheit, ein realistischeres Bild der eigenen Wirkung auf andere, innere Sicherheit – in die damalige Situation eingebracht. Diese Verknüpfung ermöglicht eine Neubewertung auf unbewusster Ebene, wodurch das System die Alarmreaktion zunehmend seltener aussendet.
Fester Bestandteil unserer Arbeit sind dabei durchgängig Methoden der Energiepsychologie (u. a. EFT) – Techniken, die von der Annahme eines energetischen Systems im Körper ausgehen, wie es auch der traditionellen chinesischen Medizin zugrunde liegt, und die insbesondere in Verbindung mit Trance eine hohe Wirksamkeit zeigen.
Was Hypnotherapie bei Hyperhidrose unterstützen kann:
- Bearbeitung der ursprünglichen Prägung hinter der Schweißreaktion
- Durchbrechen des selbstverstärkenden Kreislaufs aus Angst vor dem Schwitzen und vermehrtem Schwitzen
- Abbau von Vermeidungsverhalten in sozialen Situationen
- Stärkung eines realistischeren Selbstbilds, unabhängig von der körperlichen Reaktion
Für wen eignet sich dieser Ansatz?
Hypnotherapie bei Hyperhidrose eignet sich vor allem für die situative, emotional mitbedingte Form des übermäßigen Schwitzens. Bei einer rein medizinisch bedingten Hyperhidrose (z. B. bestimmten Stoffwechsel- oder Nervenerkrankungen) sollte zunächst eine ärztliche Abklärung erfolgen – Hypnotherapie versteht sich hier als Ergänzung, nicht als Ersatz.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Situatives, emotional bedingtes Schwitzen spricht erfahrungsgemäß gut auf Hypnotherapie an. Sie absolvieren nur so viele Sitzungen, wie Sie tatsächlich benötigen. Die meisten Erythrophobie-Betroffenen kommen vier bis fünfmal für insgesamt 7 bis 10 Zeitstunden zu uns.
Den für Sie passenden Umfang klären wir im unverbindlichen Erstgespräch.
Verwandtes Thema
Übermäßiges Schwitzen und Erröten entstehen oft aus einem sehr ähnlichen Mechanismus.
Mehr dazu auf unserer Seite Hypnotherapie bei Erythrophobie.
Erfahrungsberichte
Hilft Hypnose wirklich bei der Therapie von Angst, Panik und Phobien?
Lesen Sie die Erfahrungsberichte unserer Klientinnen und Klienten zur Hypnotherapie bei Angst und Phobien.
Ihre Hypnotherapie bei Erythrophobie
Wie viele Sitzungen werde ich voraussichtlich benötigen?
Wie lang sollte der Abstand zwischen den Sitzungen sein?
Was kostet die Hypnos®-Therapie?
Alle wichtigen Fragen zur Organisation der Therapie beantworten wir
auf der Seite Ablauf und Honorare.
Jetzt schon neugierig? In unserem Shop finden Sie Audio-Trancen, eingesprochen von den Hypnos-Therapeutinnen
– für erste innere Erfahrungen, zum Kennenlernen und zur Begleitung zwischen den Sitzungen.
Zum Hypnos®-Shop →

Lassen Sie sich persönlich beraten!
Buchen Sie ihren Beratungstermin:
telefonisch, unverbindlich, kostenfrei.
Sie schreiben lieber? Gern!
Hier geht es zum Kontaktformular.
Wir beraten Sie von Herzen gern – eingehend, und in Ruhe.
Das klappt am besten, wenn Sie sich Ihren persönlichen telefonischen Termin mit Katharina Marquard bei Doctolib buchen.
In diesem Gespräch werden wir gemeinsam und frei von Verpflichtungen herausfinden
- ob die Hypnos®-Therapie eine erfolgversprechende Lösung für Ihr Anliegen ist
- welcher Behandlungsumfang zu Ihrem Ziel passt
- welche:r Hypnotherapeut:in Ihr optimales Match ist
- wann Ihre Therapie beginnen kann.
Wir freuen uns auf Sie!
Rechtliches
Bitte beachten Sie auch den Absatz über Kontraindikationen.
Erklärungen zu den hier verwendeten fachsprachlichen Begriffen finden Sie unter Glossar.
Unsere Tätigkeit als Hypnotherapeuten (staatl. zugelassen zur Psychotherapie/HeilprG) grenzt sich grundlegend von der Tätigkeit des Arztes ab, indem keine medizinischen Diagnosen gestellt werden.
Heilungsversprechen können und dürfen in keinem Fall gestellt werden.
Es werden keine Medikamente verabreicht.
Eine gegebenenfalls erforderliche medizinische oder psychiatrische Intervention sollte durch die hypnotherapeutische Arbeit keinesfalls ersetzt werden. Kurzfristige- und Akutinterventionen können nicht durchgeführt werden.
Das Team entscheidet im Einzelfall über Annahme oder Ablehnung einer Behandlung.
